Warum Sie die Stellenbesetzung einem Headhunter anvertrauen sollten

Die Suche nach den richtigen Talenten wird für Unternehmen zunehmend zur Herausforderung. Der Fachkräftemangel verschärft sich, qualifizierte Kandidaten sind rar, und die besten Köpfe sind selten aktiv auf Jobsuche. Genau hier kommen Headhunter ins Spiel – doch lohnt sich die Investition wirklich? Wir zeigen Ihnen, warum die Zusammenarbeit mit einem professionellen Personalberater mehr ist als nur Outsourcing.

Der blinde Fleck im Recruiting: Warum interne „Suche“ oft keine ist

Stellen Sie sich vor, Sie beauftragen einen Steuerberater – und dieser sagt Ihnen: „Ich warte jetzt darauf, dass sich Steuervorteile bei mir bewerben.“ Absurd, oder? Oder Sie engagieren einen Rechtsanwalt, der erklärt: „Ich setze eine Anzeige auf, vielleicht meldet sich ja eine passende Gesetzeslücke.“

Genau so funktioniert aber das Recruiting in vielen Unternehmen. Man nennt es „Personalsuche“, dabei findet keine aktive Suche statt. Recruiter schalten Stellenanzeigen und warten auf Bewerbungen. Sie sind Verwalter von Bewerbungseingängen, keine Jäger von Talenten.

Warum beauftragen Unternehmen externe Experten?

Bei komplexen Steuerangelegenheiten holen Sie sich einen Steuerberater, weil dieser:

  • Spezialisiertes Fachwissen mitbringt
  • Aktiv nach Optimierungsmöglichkeiten sucht
  • Den Markt und aktuelle Entwicklungen kennt
  • Sie vor kostspieligen Fehlern bewahrt

Bei rechtlichen Herausforderungen engagieren Sie einen Anwalt, weil dieser:

  • Proaktiv die beste Strategie entwickelt
  • Zugang zu Informationen hat, die Sie nicht haben
  • Jahrelange Expertise in seinem Spezialgebiet mitbringt
  • Im Ernstfall den Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage macht

Und bei der wichtigsten Ressource Ihres Unternehmens – den Menschen?

Hier verlassen sich viele Unternehmen auf interne Recruiter, die passiv auf Bewerbungen warten. Das Problem: Die besten Kandidaten bewerben sich nicht. Sie müssen gefunden, angesprochen und überzeugt werden. Das ist eine aktive, nicht eine passive Tätigkeit.

„Das können wir selbst!“ – Der kostspielige Irrtum

Bei Steuerfragen oder Rechtsstreitigkeiten würde niemand auf die Idee kommen zu sagen: „Das machen wir intern, das können wir selbst!“ Die Komplexität und die Konsequenzen sind zu groß. Bei der Personalgewinnung jedoch hört man genau diesen Satz erstaunlich oft aus der HR-Abteilung.

Doch die Realität zeigt: Internes Recruiting und professionelle Personalberatung sind zwei grundverschiedene Disziplinen. Ihre HR-Abteilung leistet wichtige Arbeit in der Personalverwaltung, -entwicklung und -betreuung. Aber die proaktive Jagd nach Top-Talenten, die nicht auf dem offenen Markt verfügbar sind? Das erfordert andere Fähigkeiten, andere Netzwerke und eine andere Herangehensweise.

Ein Headhunter agiert wie Ihr Steuerberater oder Anwalt: Er sucht proaktiv, nutzt sein Netzwerk, kennt den Markt und erschließt Ihnen Möglichkeiten, die Sie alleine nie erreichen würden.

Der entscheidende Unterschied: Jagen statt Warten

Ein interner Recruiter wartet darauf, dass Talente zu ihm kommen – ein Headhunter geht zu den Talenten. Er identifiziert die besten Köpfe in ihrer Branche, spricht sie gezielt an und überzeugt sie von Ihrer Gelegenheit. Das ist aktives Hunting, keine passive Bewerberverwaltung.

Zugang zu den besten Talenten – auch wenn sie nicht suchen

Der größte Vorteil von Headhuntern liegt in ihrem Zugang zu passiven Kandidaten. Während Stellenausschreibungen nur die erreichen, die aktiv auf Jobsuche sind, sprechen Headhunter gezielt Fachkräfte an, die in ihren aktuellen Positionen erfolgreich sind, aber für die richtige Gelegenheit offen wären.

Diese „hidden candidates“ sind oft die wertvollsten Talente auf dem Markt. Sie bringen langjährige Erfahrung mit, sind bewährt in ihrer Rolle und würden nie auf klassische Stellenanzeigen reagieren. Ein guter Headhunter weiß genau, wo diese Experten arbeiten und wie man sie für neue Herausforderungen begeistern kann.

Zeit ist Geld – und Headhunter sparen beides

Stellen Sie sich vor: 200 Bewerbungen für eine vakante Position, davon sind 150 ungeeignet, 30 erfüllen nicht die Grundanforderungen, und nur 20 kommen überhaupt in Frage. Die Sichtung, das Screening, die ersten Gespräche – all das bindet wertvolle Ressourcen in Ihrem HR-Team.

Ein Headhunter übernimmt diese zeitaufwändigen Prozesse. Sie erhalten eine handverlesene Auswahl von drei bis fünf Kandidaten, die wirklich zur Position passen. Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht es Ihrem Team, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die finalen Gespräche mit wirklich vielversprechenden Talenten.

Branchenexpertise, die den Unterschied macht

Spezialisierte Headhunter leben und atmen ihre Branche. Sie kennen die Schlüsselunternehmen, wissen welche Teams gerade umstrukturieren, verstehen die neuesten Technologien und Trends, und können die Fähigkeiten eines Kandidaten präzise einschätzen.

Diese Tiefe an Expertise bringt mehrere Vorteile:

Realistische Einschätzungen: Headhunter wissen, welche Gehälter am Markt üblich sind und können unrealistische Erwartungen frühzeitig korrigieren – auf beiden Seiten.

Qualitätssicherung: Durch ihre Erfahrung erkennen sie schnell, ob ein Kandidat wirklich zur Unternehmenskultur passt und die erforderlichen Fähigkeiten mitbringt.

Markt-Intelligence: Sie liefern wertvolle Insights über die Verfügbarkeit von Talenten, Aktivitäten der Wettbewerber und aktuelle Entwicklungen im Arbeitsmarkt.

Das Problem der Selbstselektion: Warum die besten Kandidaten sich nicht bewerben

Ein häufiges Phänomen, das viele Unternehmen frustriert: Auf eine Stellenausschreibung gehen nur wenige Bewerbungen ein, und die eingegangenen Kandidaten erfüllen nicht die gewünschten Qualifikationen. Das führt oft zu dem Trugschluss: „Am Markt gibt es einfach keine guten Leute.“

Die Realität sieht anders aus. Die besten Kandidaten bewerben sich schlichtweg nicht auf Stellenanzeigen. Warum?

Top-Performer sind bereits gut versorgt: Hochqualifizierte Fachkräfte mit exzellenten Leistungen werden von ihren aktuellen Arbeitgebern geschätzt und gut bezahlt. Sie haben keinen Grund, aktiv nach neuen Stellen zu suchen.

Passive Kandidaten lesen keine Stellenanzeigen: Wer zufrieden in seinem Job ist, durchforstet nicht regelmäßig Jobportale. Diese Talente würden nur für eine wirklich außergewöhnliche Gelegenheit wechseln – müssen aber erst einmal davon erfahren.

Selbstzweifel bei Spitzenkräften: Paradoxerweise bewerben sich oft die schwächeren Kandidaten selbstbewusster. Die wirklich guten Leute hinterfragen kritisch, ob sie alle Anforderungen erfüllen, und bewerben sich im Zweifel gar nicht erst.

Das Ergebnis? Ihr Bewerberpool besteht hauptsächlich aus Menschen, die gerade auf Jobsuche sind – aus welchen Gründen auch immer. Die hochkarätigen Talente, die perfekt zu Ihrer Position passen würden, sehen Ihre Stellenanzeige nie oder ignorieren sie, weil sie keinen Wechselbedarf haben.

Hier zeigt sich der wahre Wert eines Headhunters: Er geht proaktiv auf diese unerreichbaren Kandidaten zu, weckt ihr Interesse für Ihre Position und öffnet Ihnen den Zugang zu einem völlig anderen Kandidatenpool – einem Pool voller Menschen, die Sie über klassische Rekrutierung niemals erreicht hätten.

Diskretion bei sensiblen Besetzungen

Manchmal muss eine Stellenbesetzung vertraulich ablaufen. Vielleicht planen Sie eine Nachfolge, möchten einen underperformenden Mitarbeiter ersetzen, oder bauen eine neue Abteilung auf, von der die Konkurrenz noch nichts wissen soll.

Headhunter ermöglichen eine diskrete Suche ohne öffentliche Ausschreibung. Sie können gezielt Kandidaten ansprechen, ohne dass Ihre Strategie am Markt sichtbar wird. Diese Vertraulichkeit schützt sowohl Ihr Unternehmen als auch die Kandidaten.

Professionelle Vermittlung und Verhandlungsführung

Ein oft unterschätzter Vorteil: Headhunter fungieren als neutrale Vermittler zwischen Unternehmen und Kandidat. Sie kennen beide Seiten, verstehen die Bedürfnisse und können konstruktiv zwischen den Parteien vermitteln.

Bei Gehaltsverhandlungen etwa können sie helfen, eine Win-Win-Situation zu schaffen. Sie wissen, wo Spielräume bestehen, können alternative Benefits ins Spiel bringen und sorgen dafür, dass beide Parteien mit einem guten Gefühl in die Zusammenarbeit starten.

Auch während des gesamten Bewerbungsprozesses bleiben sie in engem Kontakt mit den Kandidaten, halten diese warm und verhindern, dass vielversprechende Talente zwischenzeitlich zu anderen Angeboten abwandern.

Wann lohnt sich ein Headhunter besonders?

Die Zusammenarbeit mit einem Headhunter macht besonders Sinn bei:

  • Führungspositionen: Je höher die Ebene, desto schwieriger die Suche und desto wichtiger die perfekte Besetzung
  • Spezialistenfunktionen: Wenn es nur wenige geeignete Kandidaten am Markt gibt
  • Zeitkritischen Besetzungen: Wenn die Vakanz schnell geschlossen werden muss
  • Strategisch wichtigen Rollen: Wenn eine Fehlbesetzung hohe Kosten verursachen würde
  • Diskreten Suchen: Wenn Vertraulichkeit oberste Priorität hat

Die Investition, die sich rechnet

Ja, Headhunter kosten Geld – typischerweise 20-30% des Jahresgehalts der zu besetzenden Position. Aber was kostet eine Fehlbesetzung? Was kostet es, wenn eine Schlüsselposition monatelang vakant bleibt? Was kostet die Zeit Ihrer HR-Mitarbeiter, die hunderte ungeeignete Bewerbungen sichten?

Die Rechnung geht meist zugunsten des Headhunters auf. Sie erhalten schneller bessere Kandidaten, sparen interne Ressourcen und minimieren das Risiko einer Fehlbesetzung.

Fazit: Headhunter als strategischer Partner

Ein guter Headhunter ist mehr als nur ein Dienstleister – er wird zum strategischen Partner in Ihrer Personalentwicklung. Er hilft Ihnen nicht nur, freie Stellen zu besetzen, sondern berät Sie auch zu Markttrends, Vergütungsstrukturen und der Positionierung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber.

In einem umkämpften Talentmarkt, in dem die besten Köpfe den Unterschied zwischen Erfolg und Stagnation ausmachen, ist professionelle Unterstützung bei der Personalsuche keine Luxusoption mehr – sondern eine Investition in die Zukunft Ihres Unternehmens.


Über den Autor:

Peter Fischer, MBA ist seit mehr als 15 Jahren als Headhunter und Personalberater tätig. Er arbeitet in Wien mit Consent (www.consent.at) und in Frankfurt am Main mit SCHAAF PEEMÖLLER + PARTNER (www.sppartner.de).

Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Vorteile der Zusammenarbeit mit Headhuntern aus Unternehmenssicht. Für eine individuelle Beratung zu Ihrer spezifischen Recruiting-Situation steht Ihnen Peter Fischer gerne zur Verfügung.

Einfache Tipps für die Gestaltung des Lebenslaufs

  • Einfaches, gut lesbares Layout und ein aktuelles, gutes Bewerbungsfoto verwenden
  • Klare und verständliche Positionsbezeichnungen
  • Berufliche Stationen mit einigen Aufzählungspunkten kurz und knapp beschreiben, das bedeutet, Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche anführen.
  • Alle „Lücken“ im Lebenslauf benennen, z.B. mit beruflicher Neuorientierung, Arbeitssuche, Karenz, Schulungen, Weiterbildung.

Siehe CV Template

7 Tipps für das persönliche oder online Jobinterview

Ganz egal, ob das Bewerbungsgespräch persönlich oder via Videokonferenz stattfindet, das sind wichtige Tipps für ein erfolgreiches Jobinterview:

  • Eine Selbstpräsentation, dh. einen kurzen Überblick und eine Zusammenfassung über den persönlichen Werdegang und die Berufserfahrung vorbereiten (ca. 10 min lang).
  • Persönliche Stärken und Erfahrungen anhand von Beispielen aus dem Berufsleben beschreiben. Gezielt jene Stärken betonen, die für die konkrete Bewerbung relevant sind.
  • Die Bedeutung des Small Talk am Beginn des Gesprächs nicht unterschätzen, es geht um den Beziehungsaufbau im Gespräch. Aber nur, wenn Ihr Gesprächspartner das will oder damit startet!
  • Empathisch sein, sich hineinfühlen, auch auf Mimik, Gestik, Stimmungen und Gefühle der Gesprächspartner achten.
  • Blickkontakt halten, auch via Kamera während der Videokonferenz.
  • Lächeln signalisiert eine positive, offene Haltung und der Beziehungsaufbau gelingt besser.
  • Aktiv zuhören und Gesprächspartnern nicht ins Wort fallen.

5 Tipps für die Initiativbewerbung

Tipp 1 – Initiativbewerbung

  • Sie interessieren sich sehr für ein ganz bestimmtes Unternehmen oder eine Position bei einem Unternehmen und Sie finden aber keine aktuellen Jobinserate.
  • Aus- und Weiterbildung oder ein Studium: Fachliche Erfahrung und Praxis im Rahmen des Studiums oder Ausbildungszweigs sammeln oder eine Lehre bzw. Ausbildungskooperation suchen.
  • Unternehmen laden zu Initiativbewerbungen ein, weil sie in bestimmten Fachbereichen laufend Personal suchen.
  • Sie finden keine oder nur wenige passende Stelleninserate in Ihrem Arbeitsbereich.

Tipp 2 – Versenden Sie Initiativbewerbungen, keine Blindbewerbungen

Blindbewerbungen sind ganz allgemein gehalten, „blind“ und sind nicht gezielt auf ein Unternehmen oder einen Job hin abgestimmt. Initiativbewerbungen hingegen werden ausschließlich gezielt erstellt und vermitteln gezielt den Nutzen, die Vorteile und das Interesse des Bewerbers für ein Unternehmen.

Tipp 3 – Nehmen Sie ganz gezielt mit einem Personalberater Kontakt auf

Besprechen Sie Ihre berufliche Ausrichtung, Wünsche und Ziele sowie das Gehalt und vereinbaren Sie die Evidenzhaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen für passende Positionen.

Tipp 4 – Prüfen Sie Ihr Netzwerk

Recherchieren Sie und prüfen Sie Ihr persönliches und berufliches Netzwerk auf relevante Kontakte für Initiativbewerbungen. Mehr als 2/3 aller Positionen werden über Netzwerkkontakte und Empfehlungen, d.h. den sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt vermittelt!

Recherchieren Sie für die Initiativbewerbung relevante Kontakte und unternehmensbezogene Informationen.

Tipp 5 – Knüpfen Sie nach Möglichkeit vor einer schriftlichen Initiativbewerbung einen ersten Kontakt

Recherchieren Sie gezielt bei Unternehmen nach relevanten Ansprechpartnern. Beziehen Sie sich in Ihrer Bewerbung auf diese Ansprechpartner und Kontakte. Die Initiativbewerbung ist damit weniger anonym und erhält mehr Aufmerksamkeit.

5 Tipps für Ihr nächstes Job Interview

Bereiten Sie sich gezielt auf Ihr Bewerbungsgespräch vor. Mit den nachfolgenden Tipps bestehen Sie erfolgreich jedes Job Interview:

  1. Informieren Sie sich gezielt über das Unternehmen, die Position und die Gesprächspartner im Job Interview. Wo? Am besten bei Ihrem Personalberater, auf der Webseite, bei Xing oder LinkedIn und anderen Plattformen.
  2. Bereiten Sie sich gezielt auf die Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch vor und überlegen Sie, welche Erfahrungen und Stärken Sie im Hinblick auf die Bewerbung besonders betonen möchten.
  3. Betonen Sie im Jobinterview Ihre Stärken und deren Nutzen für das Unternehmen und die Position, für die Sie sich bewerben. Stellen Sie nur in den Vordergrund, was Sie können und was Sie auszeichnet und betonen Sie nicht das, was Sie nicht können oder wo Sie Defizite haben.
  4. Bereiten Sie Beispiele und Antworten aus Ihrem Berufsleben auf diese zentralen Fragen im Bewerbungsgespräch vor:
    Motive der Bewerbung bzw. Motivation für den Jobwechsel. Wichtig: Es geht dabei nicht nur um IHRE Motivation sondern darum, auch den Nutzen der Bewerbung für das Unternehmen und die Position in den Mittelpunkt zu stellen.
    Fachliche Ausbildung und beruflicher Werdegang
    Persönliche Eignung und besondere Stärken für die Position
  5. Achten Sie auf Kommunikation und Körpersprache. Achten Sie nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die Kommunikation, Körperhaltung, Gestik und Mimik Ihrer Gesprächspartner. Halten Sie im Gespräch immer Blickkontakt.